16.

 

„Solange wir leben, dürfen wir fühlen.
Genau darin liegt für mich der Wert des
Lebens."

chris.

42 jahre. herzlich. impulsiv. emotional. präsent.

einer, der gelernt hat, dass fühlen kein umweg ist - sondern der weg.


Es war ein Morgen wie jeder andere.

Die Frage wie jeden Tag:

„Soll ich dich von der Schule abholen?"

An diesem einen Tag sagte er Nein.

Warum, weiß er bis heute nicht.



Der Junge, der ihn gefragt hat,

war für ihn wie ein großer Bruder.

Er kam an diesem Tag bei einem Autounfall ums

Leben.

 

 

 

Er trägt einen Gedanken mit sich, seit vielen

Jahren:

Dass es vielleicht anders gekommen wäre.

Dass der Bruder langsamer gefahren wäre, mit ihm im Auto.

Ein Gedanke, der ihn bis heute begleitet.


Dieser Tag hat ihn geprägt.

Aber er ist nicht seine ganze Geschichte.

Er ist einer der Gründe, warum er heute so lebt, wie er

lebt:

Wach für die Momente. Die schönen genauso wie die

schweren.


Und doch kennen ihn die meisten anders.

Als den, der gerne lacht, Quatsch macht, Leichtigkeit

in jeden Raum bringt.

Das stimmt - aber es ist nur die halbe Geschichte.

Der Humor ist auch ein Schutzschild.

Dahinter ist einer, der sensibel ist. Manchmal

schüchtern. Verletzlich.

Und der nur wenige nah genug heranlässt, um das zu

sehen.


Seit er Vater geworden ist, fühlt er alles noch

intensiver.

Bei bewegenden Momenten kommen ihm schnell die

Tränen -

besonders, wenn Kinder eine Rolle spielen.

Er empfindet vieles bewusster und tiefer als früher.


Früher dachte er, es käme darauf an, dass andere ihn

mögen.

Heute weiß er: Es kommt darauf an, ob er mit sich

selbst im Reinen ist.

Authentisch zu leben, statt Anerkennung zu sammeln -

das ist für ihn Freiheit.


Geprägt hat ihn vor allem sein Vater.

Mehr als jeder andere Mensch.

Durch seine Art zu leben, zu handeln, für andere da zu

sein.

Bis heute sein größtes Vorbild.


Ganz bei sich ist er, wenn kein Druck da ist.

Wenn das Handy liegen bleiben darf.

Beim Schlendern ohne Ziel, auf dem Fahrrad -

allein mit seinen Gedanken.


Was er loslassen möchte:

Den Glaubenssatz, nur dann wertvoll zu sein, wenn er

ständig in Bewegung ist.

Freizeit als Leerlauf zu empfinden, statt als das, was

sie ist - Freiheit.


Und was er sich erlaubt:

Sich mittags mit seinem kleinen Sohn hinzulegen.

Den Moment einfach zu nehmen. Ohne etwas daraus

machen zu müssen.


Seinem jüngeren Ich würde er heute sagen:

Genieße jeden Moment. Mach dir nicht so viele

Gedanken über das, was kommt.

Vertrau darauf, dass vieles genau so passiert, wie es

soll.


Sein Traum ist nicht mehr, mehr zu erreichen.

Er weiß heute, wie reich er ist.

Nicht durch das, was er besitzt.

Sondern durch die Menschen, die er liebt.


Was er sich wünscht:

Dass seine Söhne sich später nicht daran erinnern,

was sie hatten.

Sondern daran, dass er da war.

Präsent. Aufmerksam. Mit ganzem Herzen Papa.