15.

 

„Lange dachte ich, ich müsste einfach funktionieren.
Stark sein. Alles im Griff haben."

alex.

34 jahre. wild. chaotisch. liebevoll. temperamentvoll.

eine frau, die viel fühlt – und lernt, damit sanfter umzugehen.


Sie war schon immer vieles auf einmal.

Verkopft. Zielstrebig. Verletzlich.


Und da ist dieser tiefe Wunsch:

Über sich hinauszuwachsen.

Heute hinterfragt sie mehr. Sich selbst.

Ihre Gedanken. Ihre Reaktionen.

Nicht, weil sie falsch ist.

Sondern weil sie verstehen möchte.

 

 

 

Selbstliebe –

Kein Zustand.

Ein Prozess.


Viele sehen nur ihr Lächeln.

Die Frohnatur.

Den Glauben an das Gute.


Aber oft sieht niemand,

Wie es in ihr wirklich aussieht.

Sie vermeidet Konflikte.

Nicht, weil sie ihr egal sind.

Sondern weil sie Angst hat,

Dass sie alles schwerer machen.


Früher dachte sie,

Sie würde nie aus ihrem Dorf rauskommen.


Heute hat sie ein Zuhause.

Eine Familie.

Ein Leben,

Das sie sich früher nicht vorstellen konnte.


Und trotzdem:

Da ist immer noch dieser Wunsch nach mehr.

Mehr sehen.

Mehr erreichen.

Und manchmal macht sie das traurig,

Wenn Dinge nicht so laufen,

Wie sie es sich wünscht.


Aber dann sind da diese kleinen Erfolge.

Leise. Echt.

Und sie merkt:

Vielleicht fehlt mir nichts.


Still wird es selten in ihr.

Selbst in der Ruhe

Findet sie neue Gedanken.


Aber da gibt es diesen Ort:

In seinen Armen.

Wenn sie loslässt.

Wenn sie nichts mehr muss.


Dort kommt sie bei sich an.


Nachts. Wenn alles still ist.

Holen sie Dinge manchmal ein,

Die längst vorbei sind.


Sie weiß, dass nicht alles ihre Verantwortung ist.

Und trotzdem fühlt es sich oft so an.


Sie möchte lernen, loszulassen.

Nicht alles tragen zu müssen.

Nicht alles lösen zu müssen.


Ihr Mann hat sie geprägt.

Durch Ruhe.

Durch Sicherheit.

Durch das Gefühl,

Nicht allein zu sein.


Ihrem jüngeren Ich würde sie sagen:

„Sei nicht so hart zu dir. Du wirst finden, was du suchst."


Heute erlaubt sie sich etwas Neues:


Momente der Ruhe,

Mit ihrer Tochter.

Ohne Druck.

Ohne Müssen.


Einfach da sein.


Und vielleicht ist genau das ihre größte Veränderung:


Nicht immer stärker werden zu müssen.


Sondern manchmal einfach weicher zu sein.